Petition 74368: Bürgerliches Recht - Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (GEMA)

Heute mal was in fremder Sache - aber eigenem Interesse. Vor einigen Tagen erhielt zusätzlich zur wöchentlichen Email meines kaum noch frequentierten doch absolut bevorzugten und mit vielen, gern erinnerten Momenten verbunden... Konzertladens, dem Sonic Ballroom in Kölle am Rhing...

... eine zusätzliche Email mit dem Betreff "GEMA-Gebührenerhöhung um 600%; Petition des Bundestages; bitte mitmachen". Nachdem ich mir die Mail in Ruhe (!) durchgelesen hatte, habe ich mich denn heute beim Deutschen Bundestag registriert und die Petition mit unterzeichnet. Auch wenn meine Unterschrift formal nicht mehr nötig gewesen wäre - da die Mindestanzahl von 50.000 Unterzeichnern bereits erreicht war. Aber ich fand, es ginge und geht darum, ein Zeichen zu setzen. Es dankt einfach niemand da draussen in den Institutionen, Verbänden, Gremien etc. denjenigen, die mit viel Idealismus und Freude den Betrieb vor Ort am Laufen halten - vor allem und gerade die kleinen Bands, die jahrelang von Übungsraum in Juze oder Kneipe mit Bühne und wieder zurück...

... die Betreiber der Juzes und Kleinstkneipen mit Bühne allüberall...

... und alle anderen, die zwar davon leben können, aber kein Geld damit verdienen. Und es wäre einfach schön, wenn das Gebaren der GEMA endlich einmal öffentlich diskutiert würde - und nicht einfach immer nur gemacht wird, entschieden wird, umgesetzt wird...

... und alle, die irgendwie mit musikalischer Unterhaltung zu tun haben, sei es veranstaltenderweise oder besuchenderweise, sind automatisch davon betroffen.

Wenn das so sein sollte, dann aber bitte mit klarerm Bewusstsein, dass dies so beschlossen wurde. Von den Gewählten. Dass die in Personalunion die Abgeordeten des teutschen Bundestages darstellen und die... ähem. Aber immerhin hat unsereiner diese dort gewählt. Hätten wir ja auch bleiben lassen können.

OK - hier nur das Zitat der Mail von rac vom Sonic Ballroom
Hallo!

dieses hier ist kein Newsletter, sondern eine wirklich große Bitte an euch alle an der folgenden Petition des Bundestages teilzunehmen:

https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=4517

Die Registrierung ist sicher und läßt sich innerhalb von 2 Minuten bewerkstelligen. Die Datenschutzerklärung ist in Ordnung und zur Zustimmung braucht es dann nurnoch einen einzigen Klick.

Es handelt sich um eine SEHR SEHR wichtige Petition, die ALLE betrifft, die Musik machen, Musik hören, gerne auf Konzerte gehen oder generell einem großen kulturell schadhaftem Mißstand in unserem Land entgegentreten
wollen: der Tantiemenverteilung der GEMA.

Das Thema wird nur auf die Tagesordnung unseres Parlaments kommen, wenn bis zum 17.Juli 50000 Unterschriften gesammelt sind. Deshalb bitte ich euch alle diesen Aufruf an eure Freunde weiterzuleiten und möchte insbesondere Musiker, Blogbetreiber und Journalisten um die Bekanntmachung der Petition und zum Aufruf an der Teilnahme bitten.

Insbesondere geht es hierbei um die von der GEMA beabsichtige Erhöhung der Gebühren bei Live Musik um 600% (!!). Dies wird nicht nur den Veranstaltern schaden, manche, vor allem kleinere Konzerte unmöglich machen, die Preise für Veranstaltungen erhöhen, es ist auch nicht zum Nutzen der Musiker (wie man eigentlich erwarten könnte).
Durch einen überaus komplexen Verteilungsplan, welcher u.a. Radioairplays (es werden Deutschlandweit nur 25 (!!) Sender ausgewertet), Chartpositionierungen (die Erstellung der zur Auswertung kommenden Charts ist sehr fragwürdig), Unterscheidung zwischen E- und U-Musik (E ist sogenannte ernste Musik, in erster Linie Klassik, U ist Unterhaltungmusik) beinhaltet, werden die von der GEMA eingenommenen Gelder nicht direkt den auftretenden Künstlern zugewiesen, sondern landen erst in einem ?großen Topf?. Da fast alle Independent-Artists weder auf Airplay, TV-Sendungen, oder Charterfolge, etc. verweisen können, werden die Einnahmen vor allem Majorlabel-Artists, Lady Gaga, Musikantenstadl und Co. zu Gute kommen. Es klingt abgedroschen, aber es handelt sich hier um die Realität! Kleinere und mittelgroße Künstler (also der größte Teil) werden von der Erhöhung der Gebühren in der GEMA-Sparte Livemusik kaum profitieren! Im dreistelligen Euro-Bereich eingenommene Gebühren können hier schnell zu einem Centbetrag zusammenschrumpfen.

Weitere Infos erfahrt ihr in der Petition selber.
Bitte nehmt euch die Zeit!
Danke euch!
rac
http://www.sonic-ballroom.de


Wie gesagt - heute habe ich mit unterzeichnet. Und hoffe, dass es noch weitere Unterzeichner bis zum 17. Juli geben wird.

Hier noch der Text der Petition selbst:

Der Deutsche Bundestag möge beschließen….dass das Handeln der GEMA auf ihre Vereinbarkeit. mit dem Grundgesetz, Vereinsgesetz und Urheberrecht überprüft wird und eine umfassende Reformierung der GEMA in Hinblick auf die Berechnungsgrundlagen für Kleinveranstalter, die Tantiemenberechung für die GEMA-Mitglieder, Vereinfachung der Geschäftsbedingungen, Transparenz und Änderung der Inkasso-Modalitäten vorgenommen wird.

Begründung
Das Ziel dieser Petition ist nicht die Abschaffung der GEMA, denn geistiges Gut ist schützenswert und die Künstler, sprich die GEMA-Mitglieder und Mitglieder anderer Verwertungsgesellschaften sollen zu ihrem Recht kommen.
Leider werden die GEMA-GESETZE weder der Musik im Allgemeinen und schon gar nicht der großen Mehrheit ihrer eigenen Mitglieder gerecht.

Zur Gebührenberechnung für Kleinveranstalter legt die GEMA folgende drei Punkte zu Grunde: Raumgröße, Höhe des Eintrittgeldes und GEMA-Pflicht für die gesamte Veranstaltung ab einem GEMA-pflichtigen Musikstück. Die durchwegs zu hohen Gebühren zwingen Kleinveranstalter die Anzahl der Konzerte zu reduzieren. Viele veranstalten gar keine Konzerte mehr.

Dem gegenüber werden die Künstler-Tantiemen nach dem so genannten, hochkomplizierten Pro-Verfahren berechnet und der Hauptanteil der GEMA-Einnahmen landen in einem so genannten „großen Topf“.
Auch viele Künstler sind deshalb in ihrer Existenz bedroht: zu wenig Auftrittsmöglichkeiten und zu geringe Tantiemen.

Auf Grund der so genannten „GEMA-Vermutung“ verpflichtet die GEMA die Veranstalter auch urheberrechtlich ungeschütztes Material zu melden, was mit einem erheblichen Arbeitsaufwand verbunden ist. Wenn ein Konzert nicht gemeldet wird, erhebt die GEMA eine so genannte Recherche-Gebühr von 100 % der festgelegten GEMA-Gebühren ohne vorherige Mahnung und ohne Kenntnis, ob GEMA-pflichtige Werke aufgeführt und ob dieses Konzert überhaupt stattgefunden hat.

All diese Probleme belasten die deutschlandweite Life-Kultur.
Die GEMA wird zunehmend vom „Kultur-Schützer“ zum „Kultur-Vernichter“.


Es ist eine Demokratie, in der wir leben. Mit all ihren Auswüchsen. Klar. Aber auch mit Rechten und Pflichten die aktive Teilnahme betreffend. Manchmal tut es gut, die Rechte einzufordern und die Pflichten die Teilnahme betreffend zu "erfüllen".

In diesem Sinne. Gehabt euch wohl.

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